Dižciltīga latgaļa apbedījums Ģūģeru kapulaukā¶
Informationen
- Autor
- Zigrīda Apala, Anna Zariņa
- Untertyp
- Zeitschriftenartikel
- Untertitel
- Deutsche Zusammenfassung: „Die Bestattung eines vornehmen lettgallischen Mannes im Gräberfeld Gügeri"
- Zeitschrift
- Latvijas Vēstures Institūta Žurnāls
- Ausgabe
- Nr. 1 (1991)
- Seiten
- 11–29
- Erscheinungsjahr
- 1991
- Sprache
- Lettisch (mit deutscher Zusammenfassung)
Primärpublikation zur Ausgrabung des latgallischen Gräberfelds Ģūģeri (Priekuļu pagasts, bei Cēsis, Lettland) durch das Institut für Geschichte Lettlands. Das Institut grub 1988 und 1990 in dem vom Verkehrswegebau betroffenen Teil des Gräberfeldes auf einer Fläche von 5.270 m²; dabei wurden 137 Bestattungen entdeckt. Das Gräberfeld datiert ins 8.–12. Jahrhundert und gilt als eines der bedeutendsten latgallischen Gräberfelder mit Bestattungen der sozialen Oberschicht.[^de]
Widerspruch in der Quelle zum Fundumstand: Die deutsche Zusammenfassung (S. 29) spricht von Bahnarbeiten, der lettische Haupttext dagegen von Straßenbau/ Wegearbeiten. Aus der Publikation ist nicht zu entscheiden, welche Variante zutrifft (möglicherweise ein Übersetzungsfehler in der Zusammenfassung); der Fundumstand wird daher neutral als Verkehrswegebau geführt — siehe auch Priekuli_Guegeri.
Der Aufsatz selbst konzentriert sich auf die reichste dieser Bestattungen, Grab Nr. 30 (entdeckt 1989, Ausgrabungsfläche F-1), die Skelettbestattung eines ca. 40–50 Jahre alten Mannes:[de][lv]
- Waffen: Spieß und Wurfspeer, ein Kampfmesser (lett. kaujas nazis, Museums-Inv. VI 291:378, Gesamtlänge 49 cm, mit Lederscheide-Resten und Bronzenieten), eine Axt (Inv. 384) sowie ein zweischneidiges Schwert mit silbertauschiertem Parier- und Knaufbeschlag, nach J. Petersen Typ V, ca. 100 cm lang (Inv. 382).
- Tracht/Schmuck: verzierte Mütze, verzierter Rock mit Bronzering-Besatz, Armumwicklung mit Bronzespiralen, gewebte Brettchenband-Gürtel, Geldbeutel mit sechs Dirhams (Samaniden- Dinastie, Nūḥ ibn Naṣr / Naṣr ibn Aḥmad, 10. Jh., geprägt in Taschkent/Buchara/Samarkand) sowie eine Geldwaage samt Gewichtssatz.
- Datierung des Grabes: aufgrund der Kombination aus Waffen, Schmuck und Münzen auf die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts eingegrenzt.[^de]
Die Autorinnen deuten den Bestatteten als einen der höherrangigen Vertreter der latgallischen Oberschicht des 11. Jh., wie sie später in der livländischen Chronik Heinrichs des Letten mit dem Terminus seniores bezeichnet werden.[^de]
Hinweis zu Grab 42: Die Reenactment-Forschung Vlasatý/Projekt Forlǫg zitiert diese Publikation auch für ein Langmesser aus Grab 42 (siehe Langmesser_Priekuli_Gugeri_Lettland). Der vorliegende, auf Grab 30 fokussierte Aufsatz erwähnt Grab 42 nur beiläufig im Vergleich von Trachtdetails (Halsausschnitt-Besatz), ohne Messerbeschreibung – Grab 42 selbst ist im Archiv daher weiterhin nicht im Detail belegt.
Relevanz für das Reenactment¶
- Primärbeleg (statt bisheriger Web-Sekundärquelle) für die latgallische Langmesser-/Sax-Fundgruppe, die als Vorbild der eigenen Ausstellungsreplik Sax_Karbonstahl dient.
- Detaillierter, museal dokumentierter Waffensatz (Schwert Typ V, Kampfmesser, Speer, Axt) eines namentlich unbekannten, aber sozial hochrangigen latgallischen Kriegers des frühen 11. Jh.
- Datierte Trachtrekonstruktion (Mütze, Rock, Armumwicklung, Brettchenband-Gürtel) auf Basis eines geschlossenen Fundes.
Behandelte Fundorte¶
- Priekuli_Guegeri – Ģūģeru kapulauks, Priekuļu pagasts, Lettland