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Typology of Thor's Hammers – Projekt Forlǫg

Informationen
Untertyp
Online-Artikel
Autor
Tomáš Vlasatý
Erscheinungsjahr
2022
Sprache
Englisch
Publikation
Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)
DOI
10.59500/forlog
ISSN
2788-3000
URL
sagy.vikingove.cz/en/typology-of-thors-hammers

Typology of Thor's Hammers – Projekt Forlǫg

Quellenübersicht

Dieser Artikel von Tomáš Vlasatý (3. Mai 2022) referiert die Typologie der Thorshammer-Amulette nach Jörn Staecker (1999), ergänzt um die Fundzahlen aus dem Katalog von Bo Jensen (2010, insgesamt 237 lose Hammeramulette: über 100 aus Siedlungen, über 60 aus Gräbern, ca. 40 aus Horten, ca. 35 Streufunde). Der Hammer hatte nach den Schriftquellen eine apotropäische (weihende, schützende) Funktion, besonders gegen Riesen; in Gräbern verteilen sich Hammeramulette laut Jensen 28 % : 72 % zugunsten von Frauengräbern. Staecker teilt die losen Hämmer in drei Haupttypen: 1. einfache (unverzierte) Hämmer (nach Material: Eisen, Bernstein, Kupferlegierung, Blei, Silber), 2. verzierte Hämmer (meist Silber; Punzierung, Pflanzenornament, Blech mit Filigran/Granulation) und 3. mehrere Hämmer an einem Ring.

Inhalt

Autor: Tomáš Vlasatý | 3. Mai 2022 | Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)

DOI: https://doi.org/10.59500/forlog | ISSN: 2788-3000

Typologie nach Staecker (mit Fundbeispielen des Artikels)

Typ 1 – Einfache, unverzierte Hämmer:

  • 1.1 Eisenhämmer — häufigstes Modell (Jensen: ca. 130 Stück), 9.–10. Jh.; teils mit Aufhängering. Beispiele im Artikel: Aggersborg, Hästa.
  • 1.2 Bernsteinhämmer — ca. 15 Exemplare, Verbreitung um die Ostsee, 10. Jh. Beispiele: Wolin, Nordby.
  • 1.3 Gegossene Hämmer aus Kupferlegierung — ca. 15 Exemplare, 8.–10. Jh., weiter geografischer Raum; auch Gussformen bekannt. Beispiele: Birka, Haithabu.
  • 1.4 Gegossene Bleihämmer — ca. 10 Stück, nicht jünger als 11. Jh.
  • 1.5 Gegossene Silberhämmer — Staecker: 18, Jensen: ca. 30 Funde; überwiegend aus Horten, selten aus Gräbern; 9.–11. Jh. Beispiele: Låby, Stens prestgård.

Typ 2 – Verzierte Hämmer (meist Silber):

  • 2.1.1 Silberhämmer mit unregelmäßiger Punzierung — Staecker: 15, Jensen: 19 Funde; fast alle aus Horten oder Zufallsfunden; 10.–11. Jh. Beispiele: Slottsmöllan, Tågemosen.
  • 2.1.2 Hämmer mit Kreuz-Punzierung — mindestens 6 Stück (einmal drei Kreuze); alle aus Horten des späten 10. und 11. Jh. Beispiel: Haithabu.
  • 2.2 Hämmer mit Pflanzenornament — 5 Stück (Dekor wohl gegossen); vier aus Horten, einer aus einem Grab; 10.–11. Jh. Beispiele: Pålstorp, Mickels.
  • 2.3 Hämmer aus dünnem Silberblech — 4 bekannte Stücke, vergoldet bzw. mit Filigran und Granulation verziert; auffällige Ähnlichkeit zu Hiddensee-Anhängern; 10. Jh. Heute die am häufigsten nachgeahmte Kategorie. Beispiele: Skåne, Bredsätra.

Typ 3 – Mehrere Hämmer an einem Ring:

  • Staecker: 9, Jensen: ca. 15 Exemplare; vor allem aus Gräbern (Funktion ähnlich den Hämmern an eisernen Halsringen, „Thor's hammer-rings", die der Artikel ausklammert); 10. Jh. Beispiele: Hilda, Thumby-Bienebek.

Deutung (nach Vlasatý)

  • Hammer-Darstellungen und Runenformeln wie „Þórr vígi …" („Thor weihe …") hatten dieselbe weihende/schützende Funktion; der Hammer galt als besonders wirksam gegen Riesen (u. a. „Þórr vígi þik, þursa dróttinn").
  • Hammeramulette, Donnersteine, Hammer-Ritzungen und der Name Þórr sind als Quelle universeller Weihung zu verstehen (Schutz, Glück, Heilung, Fruchtbarkeit) — unter Verweis auf Boudová 2012 und Elgqvist 1934.

Bibliografie (über Vlasatý zitiert)

  • Boudová, Eliška (2012). Tórovo kladivo: Význam Tórova kladiva v mýtu a kultu, Masaryk-Universität (Bachelorarbeit)
  • Elgqvist, Eric (1934). Brudhammare och hammarsäng. In: Folkminnen och Folktankar XXI, 1–19
  • Jensen, Bo (2010). Viking Age Amulets in Scandinavia and Western Europe, Oxford
  • Montelius, Oskar (1874). Sveriges forntid, Stockholm
  • Staecker, Jörn (1999). Rex regum et dominus dominorum. Die wikingerzeitlichen Kreuz- und Kruzifixanhänger als Ausdruck der Mission in Altdänemark und Schweden, Stockholm
  • Stanisławski, Błażej M. (2013). Jómswikingowie z Wolina-Jómsborga, Wrocław
  • Arbman, Holger (1940). Birka I: Die Gräber, Tafelband (Taf. 104:6)