Viking art, Snorri Sturluson and some recent metal detector finds¶
Informationen
- Autor
- Peter Pentz
- Erscheinungsjahr
- 2018
- Sprache
- Englisch
- Quelle
- Fornvännen 113 (2018), Journal of Swedish Antiquarian Research, Stockholm
- Seiten
- 17-33
- Journal
- Fornvännen
- Band
- 113
- Heft
- 1
- ISSN
- 0015-7813
- Verlagsort
- Stockholm
- URL
- www.diva-portal.org/smash/get/diva2:1255164/FULLTEXT01.pdf
- Institution
- National Museum of Denmark, Kopenhagen
Der Aufsatz argumentiert, dass durch die in den letzten Jahrzehnten von privaten Sondengängern in Dänemark gemachten Funde unsere Fähigkeit, wikingerzeitliche Kunst als erzählende Kunst zu erkennen, wesentlich gewachsen ist. Pentz wendet sich damit gegen die ältere Position von Thorkild Ramskou (1953), nach der wikingerzeitliche Kunst überwiegend dekorativ und nur selten repräsentativ gewesen sei.
Zentral ist die Verbindung von Snorri Sturlusons im 13. Jahrhundert verschriftlichten Mythen mit konkreten Detektorfunden. Pentz zeigt, wie sich Szenen, Figuren und Motive der nordischen Mythologie in kleinen Anhängern, Beschlägen und Nadelköpfen wiederfinden – darunter Motive, für die teilweise kein schriftlich überlieferter Mythos mehr existiert (z. B. das „Treffen der zwei Walküren").
Behandelte Themen¶
- Wikingerzeitliche Kunst als narrative, nicht nur dekorative Kunst
- Bedeutung der privaten Metalldetektorarchäologie für die Erforschung wikingerzeitlicher Vorstellungswelten
- Snorri Sturluson als Quelle und ihre Probleme (christliche Überformung, Selektion)
- Walküren-Darstellungen (Sønder Tranders, Hårby u. a.)
- Amulette mit neun rechteckigen Feldern (Havsmarken/Ærø)
- Darraðarljóð und die Schlacht von Clontarf (1014)
- „Göttliche Versehrtheit": Týrs verlorene Hand, Óðins Auge, Heimdallrs Ohr, Mímirs Kopf, Sifs Haar
- Fenrir, die Bindung des Wolfs und Gleipnir
- Die Hand im Maul des Tieres (Wolf → später Drache) als Motiv
- Verhältnis von Behinderung, Versehrtheit und Status in der Wikingergesellschaft
- Bedeutung von Mittel- und Zentralorten, die erst durch Detektorfunde sichtbar wurden
Relevanz für das Reenactment¶
- Ikonographische Vorlagen für Anhänger, Nadeln, Beschläge und Schmuckmotive
- Kontext für die Deutung mythologischer Bildmotive auf Reproduktionen
- Hintergrund zu Walküren-, Tyr-, Fenrir- und Ragnarøkkr-Darstellungen
- Quelle für die Diskussion, welche Mythen Wikinger tatsächlich kannten und auf ihrem Schmuck trugen
- Übertragbarkeit der diskutierten Motive auf Reenactment-Ornamentik (Gravuren, Schnitzereien, Schildbemalungen) als Anwendungsschluss — die im Aufsatz behandelten Motive (Walküren, Hand-im-Tiermaul, „göttliche Versehrtheit") eignen sich für Reproduktionen auf Schmuck und Holzarbeiten
Erwähnte Fundorte (Auswahl)¶
- Sønder Tranders bei Ålborg (Walküren-Beschlag, 2014)
- Havsmarken, Ærø (Neun-Felder-Amulett, 2011)
- Hårby auf Fünen (Walküren-/Kriegerin-Figur)
- Vindeby auf Lolland (Fragment mit Hand im Drachenmaul, 2010)
- Varde, Jütland (Ringnadel mit Hand im Drachenmaul)
- Uppåkra (Völundr-Beschlag, nach Helmbrecht 2012)