Early medieval awls – Projekt Forlǫg¶
Informationen
- Untertyp
- Online-Artikel
- Autor
- Tomáš Vlasatý
- Erscheinungsjahr
- 2022
- Sprache
- Englisch
- Publikation
- Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)
- DOI
- 10.59500/forlog
- ISSN
- 2788-3000
- URL
- sagy.vikingove.cz/en/early-medieval-awls
Early medieval awls – Projekt Forlǫg
Quellenübersicht¶
Dieser Artikel von Tomáš Vlasatý (veröffentlicht 1. Mai 2022) gibt einen Überblick über frühmittelalterliche Pfrieme (Ahlen) als Durchstech-Werkzeuge, deren Grundform sich historisch kaum verändert hat. Behandelt werden Nadelformen und -querschnitte, Heftmaterialien (Holz, Geweih) samt Verzierungen sowie die Funktion: Durchstechen von Holz, Leder, Fell und Textil, daneben Gravieren von Knochen, Geweih, Bernstein u. a. Pfrieme finden sich laut Artikel häufig in Männer- und Frauengräbern sowie in Siedlungen quer durch Skandinavien und Europa; als Fundbeispiele werden u. a. Birka, Oseberg, Haithabu, York, Dublin, Dorestad und Ribe angeführt.
Inhalt¶
Autor: Tomáš Vlasatý | 2022 (1. Mai) | Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)
DOI: https://doi.org/10.59500/forlog | ISSN: 2788-3000
Kernaussagen (nach Vlasatý)¶
- Konstruktion: Drei Grundformen der Nadel — am häufigsten eine Nadel mit zwei Spitzen und verdicktem Mittelteil (quadratischer oder abgeflachter Querschnitt); daneben asymmetrische Nadeln mit dünnerer Angel sowie gebogene Pfrieme.
- Nadel-Querschnitte: rund, oval, rechteckig oder rautenförmig — der Rautenquerschnitt eignet sich laut Artikel besonders für Lederarbeit, weil er das Leder nicht einreißt. Typische Stärke 2–4 mm.
- Nadellänge: 45–140 mm, am häufigsten ca. 80–100 mm; die Angel durchläuft das Heft teils ganz, teils nur teilweise.
- Hefte: meist Holz oder Geweih, runder oder ovaler Querschnitt, üblicherweise bis ca. 100 mm lang und ca. 30 mm breit, oft zur Spitze hin verjüngt; teils mit Draht- oder Metallband-Verstärkung, teils mit Schnitzverzierung.
- Funktion: Durchstechen von Holz, Leder, Fell und Textil; auch zum Gravieren von Knochen, Geweih, Bernstein und anderen Materialien geeignet.
- Fundkontext: Pfrieme kommen sowohl in Männer- als auch in Frauengräbern und in Siedlungen vor.
Fundangaben (nach Vlasatý)¶
- Birka, Schweden, Grab Bj 924: Pfriem mit aufgesetzter Schutzkappe für die Nadelspitze.
- Birka, Grab Bj 838: Holzheft, mit drei Silberdraht-Wicklungen verstärkt.
- Birka, Grab Bj 956: Holzheft mit zwei Bronzebändern.
- Oseberg, Norwegen: mehrere Pfrieme; Hefte mit Schnitzverzierung.
- Dorestad, Niederlande: Pfriemhefte aus Geweih.
- Dublin, Irland: verzierter Pfriem mit plastischer Schnitzerei.
- York, England: mehrere Pfrieme (Inventar 2713, 2722, 2725).
- Šestovica (Osteuropa): ein Exemplar.
- Haithabu, Deutschland: mehrere Pfriem-Typen.
- Němětice, Tschechien: mehrere Pfrieme.
- Ribe, Dänemark: verziertes Geweihheft.
- Āraiši (Āraišu ezerpils), Lettland: lettgallische Pfrieme, 9.–10. Jahrhundert.
- Pobedim: ein Pfriem.
- Schleswig, Deutschland: Pfrieme des 12.–13. Jahrhunderts.
Bibliografie (über Vlasatý zitiert)¶
- Ambrosiani, Kristina (1981)
- Androščuk, Fedir – Zocenko, Vladimir (2012)
- Apals, Jānis (2008)
- Arbman, Holger (1940–1943) – Birka-Publikation
- Bialeková, Darina (1981)
- Grieg, Sigurd (1928)
- Lang et al. (1988)
- Lutovský, Michal (2001)
- Ottaway, Patrick (1989)
- Petersen, Jan (1951) – Vikingetidens redskaper
- Saggau, Hilke Elisabeth (2000)
- Waller, Jutta (1984)
- Westphalen, Petra (2002)