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The Length of Early Medieval Belts – Projekt Forlǫg

Informationen
Untertyp
Online-Artikel
Autor
Tomáš Vlasatý
Erscheinungsjahr
2019
Sprache
Englisch
Publikation
Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)
DOI
10.59500/forlog
ISSN
2788-3000
URL
sagy.vikingove.cz/en/the-length-of-early-medieval-belts

The Length of Early Medieval Belts – Projekt Forlǫg

Quellenübersicht

Dieser Artikel von Tomáš Vlasatý (veröffentlicht 24. März 2019) untersucht die Länge frühmittelalterlicher Gürtel und kritisiert den im Reenactment verbreiteten, überlangen „Internet-Gürtel" (ca. 160 cm) als historisch nicht belegt („Reenactorism"). Nach den angeführten Befunden hatten historische Gürtel meist kurze Enden (bis ca. 20 cm) oder gar kein herabhängendes Ende; als Maximum nennt der Autor ein Ende, das bis zum Schritt reicht (mit möglicher symbolischer Bedeutung). Trageweise und Sichtbarkeit variierten nach Region, Status und Zweck: In Westeuropa verschwand der Gürtel oft im gefältelten Kittel, in Osteuropa wurden verzierte Gürtel offen gezeigt; lange Kompositgürtel gehören v. a. nach Osteuropa und stehen in Verbindung mit nomadischen Pferdegeschirr-Traditionen.

Inhalt

Autor: Tomáš Vlasatý | 2019 | Projekt Forlǫg (sagy.vikingove.cz)

DOI: https://doi.org/10.59500/forlog | ISSN: 2788-3000

Kernaussagen

  • Moderne ca.-160-cm-Gürtel mit lang herabhängendem Ende sind historisch unzutreffend; belegte Gürtel hatten kurze Enden (bis ca. 20 cm) oder keine hängenden Enden.
  • Im Artikel beschriebene Trageweisen/Befestigungen des Gürtelendes: lose (kurz genug, um nicht zu stören) · hinter den geschlossenen Gürtel gesteckt · in eine Metall-Schlaufe (Riemenschlaufe/„slider") gesteckt · Ende über zwei Löcher hinter der Schnalle durchgefädelt · Befestigung per Riemchen (laut Autor nicht belegt) · in den Schnallenschlitz gesteckt (osteuropäisch) · verknotet (Ende steht quer ab).
  • Riemenschlaufen sind laut Artikel 2–3 cm breit (Vergleich mit Sporen-/Wadenbindenschlaufen).

Fundangaben (nach Vlasatý)

  • Birka, Schweden — Gräber 488, 750, 761, 918, 949, 1030, 1076: Die Schnallen/Gürtelteile lagen nicht mehr als ca. 10 cm voneinander entfernt — Hinweis auf kurze Enden.
  • Haithabu — Grab 59 (Flachgräberfeld).
  • Gokstad-Hügel, Norwegen — Riemenschlaufe C10439, an ein Riemenende aus demselben Grab angepasst (gezielte Längenregulierung).
  • Weitere im Artikel herangezogene Regionen/Fundpunkte: Zollernalb (Deutschland, 400–700 n. Chr.), angelsächsisches England, Lettland, Čingul-Hügel (Ukraine, 13. Jh.), Großmähren, Dänemark, Frankreich, Britannien, Belgien, Gnezdovo, Nové Zámky, Hemse, Karos (Ungarn), Berezovec-Hügel, St. Michael's Church (Workington, England), St-Quentin (Frankreich, merowingerzeitlich).
  • Konkrete Gesamtlängen einzelner Gürtel nennt der Artikel nicht.

Bibliografie (über Vlasatý zitiert)

  • Arbman, Holger (1943), Birka I. Die Gräber
  • Arents, Ute – Eisenschmidt, Silke (2010), Die Gräber von Haithabu
  • Schmitt, Georg (2005), Die Alamannen im Zollernalbkreis
  • Thomas, Gabor (2000), A Survey of Late Anglo-Saxon and Viking-Age Strap-Ends from Britain
  • Watson, Jacqui (2002, 2006), English-Heritage-Berichte (Centre for Archaeology)
  • Muraševa, V. (2000), Древнерусские ременные наборные украшения (altrussische Gürtelgarnituren)
  • Stepanova, Ju. (2009), Древнерусский погребальный костюм Верхневолжья (altrussische Grabtracht des oberen Wolgagebiets)