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Spielwürfel aus Geweih aus Grab Bj 644, Birka (Arbman 182:35)

Informationen
Kategorie
Spielgerät
Fundort
Birka – Insel Björkö, Mälarsee, Uppland, Schweden
Fundkontext
Grab
Fundkomplex
Bj644_Birka – Doppelkammergrab, nördlich der Wallburg
Arbman-Nr.
182:35
Arbman-Tafel
Taf. 148:2
Datierung
ca. 920–975 n. Chr. (Datierung des Grabes nach Arbman/Morén; jüngste Münze 920/921)
Material
Geweih (Rosenstock von Hirschgeweih, laut Arbman)
Maße
am besten erhaltenes Exemplar 3,8 × 2,4 × 2,4 cm (Arbman)
Anzahl
3
Augenmarkierung
Langseiten mit 6, 5, 3 und 4 Augen, Schmalseiten mit einem bzw. wohl 2 Augen; die Kanten entlang eine einfache Linie; Augen an zwei der drei Würfel durch Verwitterung fast ganz verschwunden, nur an einem Exemplar deutlich erkennbar (Arbman)
Zuordnung
Fund in der W-Ecke der Kammer, „vielleicht in einem Kästchen"; zusammen mit 22 gläsernen Spielsteinen (182:34, davon 2 „Könige"); keine Zuordnung zu Mann oder Frau bei Arbman angegeben
Aufbewahrung
Statens Historiska Museum (SHM), Stockholm (Birka-Bestand; Inventarnummer im Archiv noch nicht erfasst)

Fundkontext

Fundort Gräberfeld Grab
Birka Hemlanden Bj644_Birka

Bj 644 ist ein Doppelkammergrab (Mann + Frau) der späten Wikingerzeit, datiert ca. 920–975 n. Chr. Die drei Spielwürfel lagen zusammen mit 22 gläsernen Spielsteinen in der W-Ecke der Grabkammer, laut Arbman vermutlich ursprünglich in einem Kästchen. Beide Objektgruppen sind auf derselben Tafel (Taf. 148:2) abgebildet.

Beschreibung (Arbman 1943, S. 225, wörtlich zitiert)

„In der W. Ecke der Kammer wurde eine Gruppe von Gegenständen gefunden, die vielleicht in einem Kästchen lagen, nämlich: 22 Spielsteine (182: 34), Taf. 148: 2, zwei »Könige«, die übrigen halbsphärisch, alle von hell seegrüner Glasmasse mit spiralförmig eingeschmolzenen, purpurvioletten Fäden […]; 3 Spielwürfel (182: 35) aus Rosenstock von Hirschgeweih, Taf. 148: 2, die Augen teilweise ganz verschwunden, da die Oberfläche stark vermodert ist, nur auf einem Exemplar deutlich erkennbar, die Langseiten mit 6, 5, 3 und 4 Augen, die Schmalseiten mit einem, bzw. wohl 2 Augen, die Kanten entlang eine einfache Linie, Masse des am besten erhaltenen Würfels 3,8 x 2,4 x 2,4 cm."

Fundabbildung

Detail-Tafel 148:2 (Arbman, Tafelband) – Bildausschnitt (nur die drei Würfel; die begleitenden Glas-Spielsteine sind auf derselben Tafel, hier nicht mit ausgeschnitten):

Arbman 1943, Taf. 148:2 – drei Spielwürfel aus Geweih, Grab Bj 644 (Bildzitat)

Bezug zu unserem Bestand

Unser Inventar-Eintrag Knochenwuerfel (art: Stilkopie, Material Knochen statt Geweih) führt diesen Fund als Vergleichsbeleg für Spielwürfel mit Punktkreis-/Ring-und-Punkt-Markierung aus Birka an – ohne dass ein konkreter Einzelfund als direkte Vorlage der eigenen Würfel gilt. Ein weiterer Vergleichsfund mit derselben Markierungsweise, aber anderem Würfeltyp (Stab-Würfel) und Siedlungskontext, ist Stabwuerfel_Svarta_jorden_Birka. Öffentlich gezeigt als Teil von: Spiel & Geselligkeit.

Quellennachweise

  • Arbman_1943_Birka_Graeberprimäre Quelle, Grab 644, S. 225, Tafel 148:2 (Volltext im Archiv)
  • Stabwuerfel_Svarta_jorden_Birka – Vergleichsfund: Stab-Würfel aus Knochen mit Punktkreisornamentik aus der Siedlungsschicht Svarta jorden, Birka (anderer Würfeltyp und Fundkontext)
  • Bj644_Birka – vollständiges Grabinventar im Kontext

Relevanz für das Reenactment

  • Konkret datierter und beschriebener Fundbeleg für Hexaeder-Spielwürfel aus Geweih in einem Elite-Kammergrab der späten Wikingerzeit (ca. 920–975 n. Chr.)
  • Beleg für Würfelspiel als Teil der Grabausstattung, zusammen mit gläsernen Spielsteinen (Brettspiel)
  • Ergänzt den Beleg für Ring-und-Punkt-/Punktkreis-Markierung als wikingerzeitliches Markierungssystem bei Würfeln (vgl. Stabwuerfel_Svarta_jorden_Birka)
  • Vergleichsbeleg für unsere eigenen Würfel im Inventar: Knochenwuerfel

Offene Aufgaben / nachzutragen

  • Inventarnummer des Originals aus der Online-Sammlung beschaffen (Bj 644 umfasst laut samlingar.shm.se 86 verknüpfte Objekte; Einzel-Föremålsnummer für die Würfel bislang nicht ermittelt)
  • Genaue Augenzahl-Anordnung der beiden schlechter erhaltenen Würfel ist aus der Quelle nicht eindeutig zu entnehmen (laut Arbman nur an einem Exemplar deutlich erkennbar)