Denkmale¶
Denkmal = nie verloren. Ein Runenstein, ein Bildstein, eine Felsritzung stand von dem Tag an, an dem er gesetzt wurde, obertägig sichtbar in der Landschaft — und steht dort oft heute noch. Er wurde nie „gefunden", weil er nie weg war.
Warum „Denkmal"?¶
Weil diese Objekte genau dafür gemacht wurden: Sie sollten gesehen und gelesen werden, und zwar dauerhaft. Ein Runenstein am Weg, eine Ritzung im Fels am Flussübergang — das sind Setzungen für die Öffentlichkeit und für die Nachwelt. Der Wortsinn trifft es doppelt: Sie sind Denk-Male, Zeichen zum Gedenken.
Das unterscheidet sie grundlegend von den Funden: Ein Fund ist ein Überrest, der zufällig übrig blieb; ein Denkmal ist eine bewusste Botschaft, die ihre Empfänger nie verloren hat. Für uns heißt das aber auch: Ein Denkmal ist absichtsvoll. Wer es setzte, wollte etwas sagen — und wählte aus, was gesagt wurde. Es ist damit ein Zeugnis der Selbstdarstellung, nicht ein unverstellter Ausschnitt des Alltags.
Weil sie nie in der Erde verschwanden, tragen Denkmale kein fundkontext:
(es gab keine Niederlegung, die man deuten müsste). Ihr Ort ist meist der
ursprüngliche — in situ. Wo ein Stein doch einmal umgestürzt und später
geborgen wurde, steht das im jeweiligen Eintrag.
→ Die anderen Wege der Überlieferung: Funde (verloren und wiedergefunden) und Vermächtnisse (nie verloren, bewusst weitergegeben).
Erfasste Denkmale¶
| Denkmal | Kategorie | Ort | Datierung | Aufbewahrung |
|---|---|---|---|---|
| Bildstein Lärbro Stora Hammars I (GP 253) | Bildstein | Wiese östlich von Stora Hammars, Kirchspiel Lärbro, Gotland, Schweden — nahe einem Steinhügel, Teil des „Daggängsmonumentet" | typologisch Lindqvist-Typ C/D, ca. 700–1000 („Abschnitt C" nach Lindqvist 1941/42) | Bunge-Museum, Freilichtausstellung, Bunge (Gotland) |
| Bildstein Stenkyrka Lillbjärs III (G 268) | Bildstein | Gräberfeld Lillbjärs (auch Lilla Bjärs/Bjers), Kirchspiel Stenkyrka, Gotland, Schweden — eines der größten Gräberfelder Gotlands (RAÄ Stenkyrka 26:1) | typologisch Lindqvist-Typ C/D, ca. 700–1000 (Lindqvist: „Abschnitt C", um 700; neuere Forschung datiert diese Denkmäler grob 8.–10. Jh.) | Statens Historiska Museum, Stockholm — laut SHM-Katalog in den Ausstellungen „Vikingar" (2001–2019) und „Vikingarnas värld" (seit Juni 2021) |
| Bildstein Stenkyrka Smiss I (GP 397) | Bildstein | Smiss, Kirchspiel Stenkyrka, Gotland, Schweden — laut GP-Datensatz „återfunnen på ‚Gammalåker'" (wiedergefunden auf dem Flurstück „Gammalåker") | typologisch Lindqvist-Typ C/D (ca. 700–1000) | Gotlands Museum, Bildsteinhalle (Bildstenshallen), Visby |
| Bildstein von Tjängvide (G 110) | Bildstein | Tjängvide, Kirchspiel Alskog, Gotland, Schweden | wikingerzeitlich, ca. 8.–9. Jh. (Datierung gotländischer Bildsteine erfolgt typologisch) | Statens Historiska Museum, Stockholm |
| Runenstein Sanda kyrka I (G 181) | Runenstein | Kirchhof der Sanda kyrka, Sanda socken, Gotland, Schweden | Lindqvist-Typ E (ca. 1000–1150); Runensteinstil Pr2, ca. 1020–1050 | Statens Historiska Museum, Stockholm |
| Rök-Runenstein (Ög 136) | Runenstein | Rök, Ödeshög, Östergötland, Schweden | frühes 9. Jahrhundert (um 800) | in situ bei der Kirche von Rök, Östergötland |
| Sigurdritzung von Ramsund (Sö 101) | Felsritzung | Ramsundsberget bei Sundbyholm, Jäders socken, Eskilstuna kommun, Södermanland, Schweden | 11. Jahrhundert; um 1030 (laut grosssteingraeber.de) | in situ, Ramsundsberget bei Sundbyholm |