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Bildstein von Tjängvide (G 110)

Informationen
Kategorie
Bildstein
Überlieferung
Denkmal
Fundort
Tjängvide, Kirchspiel Alskog, Gotland, Schweden
Datierung
wikingerzeitlich, ca. 8.–9. Jh. (Datierung gotländischer Bildsteine erfolgt typologisch)
Material
Kalkstein (gotländischer Kalkstein)
Aufbewahrung
Statens Historiska Museum, Stockholm
Inventarnummer
G 110 (Rundata)

Beschreibung

Der Bildstein von Tjängvide ist einer der bekanntesten gotländischen Bildsteine. Die Bildfläche ist heute rot nachgezeichnet und in zwei Register gegliedert:

  • Oberes Feld: ein großes achtbeiniges Pferd mit Reiter, das ihm entgegentretende Figur reicht ein Trinkhorn. Die verbreitete Deutung liest dies als Odin auf Sleipnir, empfangen von einer Walküre (Ankunft in Walhall). Diese Deutung ist Interpretation, nicht gesicherter Bildinhalt.
  • Unteres Feld: ein Schiff mit gesetztem (Netz-/Rauten-gemustertem) Segel und Besatzung – ein für gotländische Bildsteine typisches Motiv.

Bildsteine dieser Art gelten als zeitgenössische Bildquellen der vorchristlichen Vorstellungswelt und werden ergänzend zu den erst später verschriftlichten Texten (Edda, Sagas) herangezogen.

Fundbild

Gotländischer Bildstein von Tjängvide (G 110): achtbeiniges Pferd mit Reiter (als Odin auf Sleipnir gedeutet), Frauenfigur mit Horn, darunter ein Schiff mit Segel (Foto: Berig, CC BY-SA 4.0) Foto: Berig. Lizenz CC BY-SA 4.0. Quelle: Wikimedia Commons.

Das Bild zeigt die rot hervorgehobene Steinplatte mit den beschriebenen Bildregistern.

Relevanz für das Reenactment

  • Zeitgenössische Bilddarstellung von Mythologie und Schiff – Motivquelle für die Vermittlung von Glaubensvorstellungen
  • Referenz für Schiffs- und Segeldarstellung (Rauten-/Netzmuster des Segels)
  • Vergleichsmaterial zu Odin/Sleipnir-Ikonografie

Quellennachweise

Quelle Art Thema
Historisches-Museum_Stockholm Museum Aufbewahrungsort
Wikimedia Commons Bildquelle Foto des Bildsteins (CC BY-SA 4.0)

Noch zu belegen

Genaue Fundumstände und Fundjahr, exakte Maße, Typeinordnung und Inventarnummer des Historiska sind im Archiv noch aus Fachliteratur/Museumskatalog zu belegen.