Thorshammer-Anhänger mit Kreuz aus Haithabu¶
Informationen
- Kategorie
- Schmuck
- Fundort
- Haithabu
- Fundkontext
- unbekannt
- Hinweis
- laut Museum „Grabbeigabe", nicht unabhängig bestätigt (Grab vs. Siedlung offen)
- Datierung
-
- Jh. (laut Wikinger Museum Haithabu, nicht unabhängig bestätigt)
- Material
- Silber (gegossen); Punzverzierung (randbegleitende Kreispunzen und Kreuzdarstellung)
- Maße
- aus den vorliegenden Quellen nicht belegt (siehe SchwarzMackensen_1978_Thorshaemmer_Haithabu)
- Aufbewahrung
- Wikinger Museum Haithabu (Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf)
- Inventarnummer
- unbekannt
Fundkontext¶
Die Objektbeschreibung des Wikinger Museums Haithabu (Wikinger_Museum_Haithabu, haithabu.de) nennt den Anhänger eine Grabbeigabe und datiert ihn ins 10. Jahrhundert. Diese Angabe ist jedoch nicht unabhängig bestätigt und steht in Spannung zur Forschungslage: Die maßgebliche Studie SchwarzMackensen_1978_Thorshaemmer_Haithabu erschien im Band zum archäologischen Fundmaterial (Siedlungsfunde), nicht im Gräber-Band — der Fundkontext (Grab vs. Siedlung) bleibt daher offen. Genaue Grab-/Fundnummer, Inventarnummer und Maße sind in den frei zugänglichen Quellen nicht belegt; sie sind am ehesten in Schwarz-Mackensen 1978 (S. 85–93) zu erwarten. Vom Fundplatz Haithabu sind mehrere Thorshammer-Anhänger bekannt; dieses Stück ist das silberne Exemplar mit kreuzförmiger Punzverzierung.
Beschreibung¶
Silberner, in Hammerform gegossener Anhänger; entlang des Randes umlaufende Kreispunzen, dazu eine eingepunzte Kreuzdarstellung. Maße sind aus den vorliegenden Quellen nicht belegt.
Die Hammerform weist das Stück als typisches heidnisches Amulett aus (dem Hammer des Gottes Thor werden in der nordischen Mythologie magische Kräfte zugeschrieben). In der Kombination heidnischer und christlicher Elemente (Hammer + Kreuz) spiegelt sich — so die Museumsdeutung — das Nebeneinander religiöser Vorstellungen im Haithabu des 10. Jahrhunderts wider. Zum breiteren Befund solcher Mischformen siehe das Faktenblatt Thorshammer_Amulette (u. a. die Trendgården-Gussform, von der das hiesige Stück zu unterscheiden ist).
Fundzeichnungen¶
- Kein lizenzkonformes Fundbild im Anhang. Das Original ist im Wikinger Museum Haithabu ausgestellt (siehe Wikinger-Museum-Haithabu_Schleswig).
Quellennachweise¶
- Wikinger_Museum_Haithabu — Objektbeschreibung des Originals (Wikinger Museum Haithabu, haithabu.de): silbergegossen, Kreispunzen + Kreuzdarstellung; museumsseitig als „Grabbeigabe" und „10. Jh." bezeichnet (nicht unabhängig bestätigt).
- kuladig.de (LVR-Objektdatenbank), Objektfoto „Thorshammer-Anhänger mit Kreuz, Haithabu"; Standort Archäologisches Landesmuseum Schloss Gottorf / Wikinger Museum Haithabu (Sekundär, ohne Katalogdaten): https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-275680
- SchwarzMackensen_1978_Thorshaemmer_Haithabu — maßgebliche Spezialstudie zu den Haithabu-Thorshämmern (Inventarnummer/Maße/Fundkontext dort zu erwarten; im Archiv noch nicht eingesehen).
- Haithabu — Fundort.
- Thorshammer_Amulette — Faktenblatt (Verteilung der Thorshammer-Amulette, synkretistische Stücke).
Relevanz für das Reenactment¶
- Belegtes Einzelobjekt zur Übergangszeit der Christianisierung: heidnischer Thorshammer mit christlichem Kreuz — anschauliches Vergleichsstück für die religiöse Mischkultur des
- Jahrhunderts (vgl. Thorshammer_Amulette).
- Abgrenzung: nicht zu verwechseln mit der Specksteingussform für Kreuz und Hammer aus Trendgården (Jütland, Nationalmuseet Kopenhagen, Inv. C24451).
Offene Aufgaben / nachzutragen¶
- Fundkontext klären (Grab vs. Siedlung): museumsseitig „Grabbeigabe", aber unbelegt und in Spannung zur Studie im Fundmaterial-Band — über Schwarz-Mackensen 1978 bzw. Anfrage am Archäologischen Landesmuseum Schloss Gottorf prüfen.
- Inventarnummer und Maße ermitteln — aus SchwarzMackensen_1978_Thorshaemmer_Haithabu (S. 85–93; Präsenzbibliothek/antiquarisch) oder per Anfrage am Schloss Gottorf.
- Lizenzkonformes Fundbild beschaffen (derzeit keines im Anhang).