Wikinger Museum Haithabu (haithabu.de)¶
Informationen
- Untertyp
- Museums-Webseite
- Quelle
- haithabu.de
- URL
- haithabu.de
- Sprache
- Deutsch
Wikinger Museum Haithabu (Startseite)
Quellenübersicht (Webseite)¶
Webauftritt des Wikinger Museums Haithabu. Diese Webquelle wird wie ein Buch geführt: die Webseite ist das „Werk", die einzelnen aufgerufenen Unterseiten sind die „Seiten". Jede Unterseite steht unten als eigener Abschnitt mit dem unverändert übernommenen Inhalt; die archivierten PDF-Schnappschüsse sind im Abschnitt „Anhang – Dokumente" gelistet.
Seiten¶
| Seite | URL | Archiv-PDF |
|---|---|---|
| Dauerausstellung | Link | web_haithabu_museum_dauerausstellung.pdf |
| Über den rekonstruierten Siedlungsausschnitt | Link | web_haithabu_museum_siedlungsausschnitt.pdf |
Seite: Dauerausstellung¶
Dauerausstellung – Wikinger Museum Haithabu
Das Wikinger Museum Haithabu gehört zu den bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. Es präsentiert am Rande der ehemaligen Handelsmetropole der Wikinger ein modernes Ausstellungshaus mit einzigartigen Originalfunden und lädt in das historische Gelände, wo sieben Häuser und eine Landebrücke nach originalen Funden rekonstruiert wurden.
Ausstellungshaus – Originalfunde¶
Das Wikinger Museum Haithabu präsentiert eine der spannendsten archäologischen Ausstellungen Europas. Einzigartige Originalfunde und innovative Vermittlungsmedien nehmen mit auf eine Reise in das frühstädtische Leben vor 1000 Jahren.
Am Stadtmodell ist die Geschichte dieser Metropole nachvollziehbar: Ab dem 8. Jahrhundert entwickelt sich am inneren Ende der Schlei eine Siedlung zur bedeutendsten Stadt Nordeuropas. An der schmalsten Stelle der Jütischen Halbinsel gelegen, kontrolliert Haithabu den Haupthandelsweg zwischen Nord- und Ostsee. Entlang der Handelspassage entsteht das Danewerk. Haithabu existiert rund 300 Jahre; in der Mitte des 11. Jahrhunderts wird es von Schleswig am Nordufer der Schlei abgelöst.
Ausgestellte Funde umfassen:
- Das Bootkammergrab von Haithabu – eines der prächtigsten wikingerzeitlichen Gräber
- Goldschmuck aus einem Frauengrab (2017 ausgegraben)
- Waren aus aller Welt: Keramik, Waffen, Mühlsteine, Eisenbarren, Sklavenfesseln, orientalischer Schmuck
- Das Wrack eines königlichen Kriegsschiffes (mit über 60 Mann Besatzung)
Die sieben rekonstruierten Häuser¶
Innerhalb des Halbkreiswalles von Haithabu wurden in den Jahren 2005–2008 sieben Häuser und eine Landebrücke im ehemaligen Hafen nach archäologischen Befunden originalgetreu rekonstruiert. Unter etwa 95 % der Fläche innerhalb des Halbkreiswalles liegt das wikingerzeitliche Haithabu noch weitestgehend unberührt im Boden.
Haus 1: Herberge Errichtet 874 n. Chr. | ca. 66 m² (12 × 5,5 m) | Wandgerüstkonstruktion mit schrägen Außenstützen. Das Flechtwerk der Wände als auch des Giebeldreiecks ist erhalten geblieben, so dass Wandhöhe (ca. 2 m) und Dachneigung (40°) genau rekonstruiert werden konnten. Einrichtung: Herberge mit Herdplatte und Backofen; vorderer Raum als Werkstatt eines Holzhandwerkers (Spanschachteln, gedrechselte Gefäße).
Haus 2: Handwerkerhaus Errichtet 882 | ca. 19 m² (5,2 × 3,6 m) | Palisadenbau. In einer Wandbohle wurde ein kleines Fenster eingeschnitten, das einem in Haithabu gefundenen Fenster entspricht. Einrichtung: Werkstatt für Perlenmacher und Bronzegießer; Unterstand auf der Rückseite für Schmiede/Metallguss.
Haus 3: Haus des Schuhmachers Errichtung 880er Jahre | ca. 8 m² (3,2 × 2,6 m) | Blockbau aus Eiche (für Haithabu untypisch, da Nadelhölzer nicht heimisch waren). Über 300 Lederfragmente mit zehn verschiedenen Schuhtypen belegen lokale Schuhfertigung.
Haus 4: Haus der Händler Errichtet 852 | ca. 79 m² (12,1 × 6,5 m) | Innengerüstkonstruktion mit kräftigen Rundhölzern. Das einzige rekonstruierte Haus mit Rundhölzern im Gerüst. Einrichtung: Wohn-/Schlafbereich im hinteren Raum, Warenlager im vorderen Teil.
Haus 5: Halle Errichtung 10. Jh. | ca. 108 m² (16,1 × 6,7 m) | Pfosten-Schwellriegel-Konstruktion – weist Konstruktionselemente auf, wie sie später in skandinavischen Stabkirchen vorkommen. Das einzige Gebäude, das exakt an seinem ursprünglichen Standort wiedererrichtet wurde. Heute als Gemeinschaftshaus mit Tischen und Bänken genutzt.
Haus 6: Haus des Tuchhändlers Errichtet 833 | ca. 101 m² (16,3 × 6,2 m) | Wandgerüstkonstruktion mit Pfettendach; nach einem Jahr abgebrannt. Besonderheit: zentraler Wohnraum offen verbunden mit Stallteil. Einrichtung: Gerätschaften der Textilverarbeitung im Vorraum, Zimmermanns-Werkstatt im hinteren Bereich.
Haus 7: Haus des Kammmachers Errichtet 874 | ca. 66 m² (12 × 5,5 m) | Wandgerüstkonstruktion (Alternativrekonstruktion von Haus 1, gespiegelter Grundriss). Dreigeteilt: Wohnraum mit Herdplatte, Wirtschaftsteil mit Kuppelofen, separater Handwerksraum. Einrichtung: Werkstatt für Knochen- und Geweihverarbeitung (Kämme, Spielsteine, Spinnwirtel, Nadeln).
Der Hafen – Landebrücke¶
Die Landebrücke (Errichtung: Winterhalbjahr 885/886) ist 41 × 9,7 m groß (ca. 385 m²) und eine mehrreihige Pfahljochbrücke. An dem Brückenkopf war um 990–1010 das königliche Langschiff Haithabu Wrack I gesunken.
Im Hafen befanden sich mehrere Landebrücken, die weit in das Haddebyer Noor hinausreichten. Große Landebrücken ermöglichten tiefgängigen Handelsschiffen ein schwimmendes Anlegen. Sie waren nicht nur Anlegestellen, sondern auch Marktort und Treffpunkt – der Hafen von Haithabu diente als Marktplatz der dicht bebauten Siedlung.
Living History / Reenactment¶
Vor allem an den Wochenenden werden die Wikinger-Häuser durch Freiwillige aus der internationalen Reenactment-/Living-History-Szene belebt, die auf Grundlage des archäologischen Fachwissens den Alltag der Wikingerzeit in Haithabu erlebbar machen.
Seite: Über den rekonstruierten Siedlungsausschnitt¶
Über den rekonstruierten Siedlungsausschnitt – Wikinger Museum Haithabu
Innerhalb des Halbkreiswalles von Haithabu wurden mitten im einstigen Zentrum der historischen Siedlung in den Jahren von 2005–2008 sieben Häuser und eine Landebrücke im ehemaligen Hafen nach archäologischen Befunden originalgetreu rekonstruiert.
Der Platz, auf dem die Wikinger-Häuser stehen, ist eine der wenigen Flächen von Haithabu, die auch ausgegraben wurden. Unter etwa 95 % der Fläche innerhalb des Halbkreiswalles liegt das wikingerzeitliche Haithabu noch weitestgehend unberührt im Boden. Moderne geophysikalische Methoden erlauben es aber, auch ohne Ausgrabungen archäologische Strukturen unter der Erde sichtbar zu machen, so dass die gesamte Bebauung in Haithabu relativ gut rekonstruiert werden kann.
Der wiedererrichtete Siedlungsausschnitt soll die Lebenswelt der wikingerzeitlichen Menschen in dem frühstädtischen Hafen- und Handelsplatz im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar" machen. Die Einrichtung der einzelnen Häuser stellt bestimmte Themen des Lebens exemplarisch dar, die in Haithabu durch die umfangreichen Untersuchungen besonders gut nachgewiesen sind und für den Handelsplatz von großer Bedeutung waren.
Vor allem an den Wochenenden werden die Wikinger-Häuser durch Freiwillige aus der internationalen Reenactment-/Living-History-Szene belebt, die hier in ihrer Freizeit auf Grundlage des archäologischen Fachwissens den Alltag der Wikingerzeit in Haithabu erlebbar machen.
Die detaillierten Beschreibungen der sieben rekonstruierten Häuser und der Landebrücke stehen oben unter Dauerausstellung.
Museum¶
- Wikinger Museum Haithabu (Museums-Hub)