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Verziertes Tongefäß mit Ritzdekor aus Grab Bj 457, Birka (Arbman 71:16)

Informationen
Überlieferung
Fund
Kategorie
Keramik
Fundort
Birka – Insel Björkö, Mälarsee, Uppland, Schweden
Fundkontext
Grab
Fundkomplex
Bj457_Birka – Brandgrab
Arbman-Nr.
71:16 (Abb. 71, Objekt 16)
Arbman-Tafel
Taf. 220:3
Datierung
Wikingerzeit (Birka); die im Grab gefundene idrisidische Silbermünze (71:3) liefert einen Terminus post quem (Prägung 790–797 n. Chr.)
Material
feste, rheinische Ware; schwarze, graphitierte, weißbemalte Oberfläche, die Bemalung schlecht erhalten (Arbman)
Maße
Höhe 12,9 cm, Durchm. 13,4 cm, Wandstärke 0,6–0,8 cm (Arbman)
Herstellung
Boden schwach gewölbt, wahrscheinlich gedreht, obwohl keine klaren Drehspuren zu sehen sind (Arbman)
Zustand
jetzt ergänztes (restauriertes) Gefäß (Arbman)
Aufbewahrung
Statens Historiska Museum (SHM), Stockholm
Inventarnummer
SHM 524097_HST

Fundkontext

Fundort Grab Fundlage
Birka Bj457_Birka stand 0,2 m nordnordwestlich des kleinen Tongefäßes (71:17), außerhalb der Brandschicht

Im Gefäß: verbrannte Knochen, eine Bronzenadel einer Schalenspange(?) (71:7) und 7 Perlen – die Perlen sind laut Arbman nicht von den Perlen aus der Brandschicht getrennt gehalten.

Beschreibung (Arbman 1943, wörtlich zitiert)

„… 0,2 m nordnordwestl. dieses Gefässes und ausserhalb der Brandschicht stand ein zweites, jetzt ergänztes Gefäss, Taf. 220: 3 (71: 16), feste, rheinische Ware, schwarze, graphitierte, weissbemalte Oberfläche, die Bemalung schlecht erhalten, der Boden schwach gewölbt, wahrscheinlich gedreht, obwohl keine klaren Drehspuren zu sehen sind, Höhe 12,9 cm, Durchm. 13,4 cm, Wandstärke 0,6–0,8 cm. — In dem Gefäss: verbrannte Knochen, Bronzenadel einer Schalenspange(?) (71: 7) und 7 Perlen, die von den Perlen in der Brandschicht (s. u.) nicht getrennt gehalten sind."

(Arbman 1943, Birka I – Text, Grab 457, S. 128–129.)

Bezeichnung „Ritzdekor" prüfen

Arbman beschreibt die Verzierung wörtlich als weißbemalte Oberfläche auf schwarzem, graphitiertem Grund („Bemalung schlecht erhalten") — nicht als eingeritzten Dekor. Die im Archiv etablierte Bezeichnung „Ritzdekor" (Anhang-Index, Inventar-Eintrag Tonbecher_Schwarz_Ritzdekor) beruht vermutlich auf dem optischen Eindruck des SHM-Fotos (heller Rautendekor auf dunklem Grund) und deckt sich nicht eindeutig mit Arbmans Textbeschreibung. Titel/Dateiname folgen hier der bestehenden Konvention; die primäre Textquelle ist oben wörtlich zitiert.

Fundzeichnung (Arbman 1943, Abb. 71)

Arbman 1943, Abb. 71 – verziertes Tongefäß (Obj. 16) aus Grab 457, Birka Ausschnitt aus Abb. 71 (Grab 457, die Tongefäße im Maßstab ⅓; Arbman 1943, Textband S. 129). Bildzitat © Arbman 1943 / SHM.

Originalfoto (SHM)

Verziertes Tongefäß aus Birka, Grab 457 (SHM) Original-Vergleich: verziertes Tongefäß, Birka Grab 457 (SHM 524097_HST). Foto: Ola Myrin, Historiska museet/SHM, CC BY 4.0

Anlehnung in unserem Bestand

Der Inventar-Eintrag Tonbecher_Schwarz_Ritzdekor (schwarzgebrannter Tonbecher mit eingeritztem Dekor) nennt dieses Gefäß als Anlehnung (kein exaktes Vorbild) — der umlaufende helle Dekor auf dunklem Grund ist typologisch vergleichbar.

Quellennachweise

Offene Aufgaben / nachzutragen

  • Bezeichnung „Ritzdekor" vs. Arbmans „weißbemalt" klären (siehe Callout oben).
  • Genauere Datierung des Grabes über die Münze hinaus recherchieren.