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Christianisierung

Die Christianisierung Skandinaviens war kein plötzlicher Bruch, sondern ein Prozess, der mehrere Jahrhunderte dauerte. Zuerst ließ sich der Adel taufen – Könige und Jarle wie Harald Blauzahn 960, der Dänemark und Norwegen vereinte. Für sie brachte das viele Vorteile: Mit dem Christentum kam die Anerkennung durch andere Herrscher Europas, Verträge konnten schriftlich abgeschlossen werden, und die Erbfolge wurde festgeschrieben. Damit wurde ihre Macht gesichert.

Getragen wurde die Mission von Geistlichen aus dem Frankenreich, England und Irland; auch der Handel mit christlichen Regionen förderte den Kontakt.

Funfact

Manche Nordmänner ließen sich gleich mehrfach taufen – jedes Mal gab es ein frisches Hemd. Die Anekdote stammt von Notker dem Stammler (um 883): Ein Nordmann beschwert sich dort, er sei „schon zwanzigmal gebadet" worden und bekomme nun Sackleinen statt feiner Kleidung. Notker schreibt rund 70 Jahre später und tendenziös — so erzählte man es sich also am fränkischen Hof. Daneben gab es die Primsigning (Kreuzzeichnung) als unverbindliche Taufvorstufe: Man konnte damit „mit einem Fuß in beiden Lagern" stehen und mit Christen Handel treiben (Nationalmuseet).

Für die einfachen Leute änderte sich das Leben langsamer. Auf dem Land hielten viele noch lange an alten Bräuchen fest. Über Generationen lebten heidnische und christliche Rituale nebeneinander. Runensteine mit Kreuzen und gleichzeitig Symbolen wie dem Thorshammer zeigen diesen Übergang.

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Der große Jelling-Stein — „Dänemarks Taufschein" — war ursprünglich knallbunt bemalt, mit den teuersten Pigmenten der Zeit (Auripigment-Gelb, Zinnober-Rot, Malachit-Grün); eine farbig rekonstruierte Kopie steht in Hvidovre (Nationalmuseet).

Die Christianisierung war also kein Kampf von „alten Göttern gegen einen neuen Gott", sondern ein allmählicher Wandel. Sie wurde vom Adel getragen, durch Handel gefestigt – und schließlich Schritt für Schritt im Alltag der Menschen verankert.

→ In der Ausstellung: Anhänger (Kreuz ↔ Thorshammer) · Schwerter (heidnische und christliche Symbolik — siehe Bootkammergrab Haithabu)