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Gokstad

Informationen
Fundort
Gokstad
Land
Norwegen
Region
Vestfold
Koordinaten
59°08′27″N 10°15′11″E
Genauigkeit der Koordinaten
Bezieht sich auf den Grabhügel Gokstadhaugen selbst (Fundstelle); bogensekundengenau.
Quelle der Koordinaten
Wikipedia (NO) – Gokstadhaugen
Zeitraum
ca. 890–900 n. Chr. (Bestattungsdatum)
Ausgrabung
1880 durch Nicolay Nicolaysen
Museum
Vikingskipshuset (Wikingermuseum Oslo)
Fundtypen
Schiffsgrab, Hügelgrab

Überblick

Das Gokstad-Schiffsgrab bei Sandefjord in Vestfold (Norwegen) ist eines der berühmtesten wikingerzeitlichen Bestattungsfunde der Welt. Es wurde 1880 ausgegraben und enthielt das außergewöhnlich gut erhaltene Gokstad-Schiff sowie eine reiche Grabausstattung.

Befunde

Das Schiff

  • Klinkergebautes Langschiff aus Eichenholz
  • Länge ca. 23,8 m, Breite ca. 5,2 m (nach Wikipedia / Vikingtidsmuseet; ältere Angaben nennen leicht abweichende Werte um 23,2 m)
  • 16 Ruderpaare
  • Baumaterial: Eichenholz (dendrochronologisch datiert)

Grabausstattung

  • Bestatteter: ein Mann, hohes Sozialstatus; Identifikation als Olaf Gudrödarson ist eine Hypothese aus der Forschungsgeschichte und nicht zweifelsfrei belegt
  • Schlitten, Betten, ein Zelt, Küchenutensilien, Textilien (Anzahl im Detail zu verifizieren) — Betten: Teile von vermutlich fünf Stück, siehe Bett_Gokstad
  • Schilde: in den Quellen werden meist 32 Schilde entlang der Bordwände genannt; einzelne Sekundärquellen nennen 64 (möglicherweise inkl. ungezählter Fragmente). Die Bemalung wird in Wikipedia als abwechselnd gelb und schwarz beschrieben.
  • Tiere: mehrere Pferde und Hunde, daneben ein Pfau (genaue Stückzahlen in den Quellen unterschiedlich; im Archiv noch zu verifizieren)

Schilde

Die Gokstad-Schilde sind ein zentrales Referenzobjekt für wikingerzeitliche Rundschilde (eigener Fundbeleg: Schilde_Gokstad):

  • Durchmesser: ca. 94 cm (mehrfach in Sekundärliteratur, exakter Wert je Stück variabel)
  • Holzart: in der älteren Literatur uneinheitlich angegeben (z. B. Tanne/Fichte/Kiefer); die im Archiv zuvor genannte Angabe „Linde" ist nicht quellenmäßig belegt und sollte erst nach Konsultation der Originalpublikation eingetragen werden
  • Lederstreifen am Rand und Bemalung (gelb/schwarz) – allgemein in der Sekundärliteratur erwähnt
  • Eiserner Schildbuckel – Typisierung (z. B. nach Rygh oder Petersen) im Archiv noch nicht belegt

Bedeutung für das Reenactment

  • Die primäre Quelle für wikingerzeitliche Rundschilde
  • Kleidungsfunde (Wollgewebe, Lederreste)
  • Schiffstyp als Referenz für Schiffbaurekonstruktionen
  • Ausstattung als Hinweis auf kriegerischen Status

Verknüpfte Funde

Verknüpfte Literatur

Bücher

Abhandlungen

Webquellen