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Kopparsvik

Informationen
Fundort
Kopparsvik
Land
Schweden
Region
Gotland (bei Visby)
Koordinaten
57°38′N 18°17′E
Genauigkeit der Koordinaten
Bezieht sich auf das Gräberfeld Kopparsvik als Ganzes, nicht auf ein einzelnes Grab; nur bogenminutengenau (≈ ±1 km).
Zeitraum
9.–11. Jahrhundert (späte Wikingerzeit, Übergang zum christlichen Mittelalter)
Lage
Kopparsvik, südlich der mittelalterlichen Stadtmauer von Visby, Gotland, Schweden
Ausgrabung
1960er Jahre (umfangreiche Untersuchungen)
Anzahl Gräber
über 300 dokumentierte Bestattungen
Wissenschaftliche Bearbeitung
Dr. Matthias Toplak (Dissertation, Universität Tübingen)
Besonderheiten
Bauchlagen-Bestattungen, Zahnfeilungen
Fundtypen
Gräberfeld

Überblick

Das wikingerzeitliche Gräberfeld von Kopparsvik liegt an der Westküste Gotlands, unmittelbar südlich von Visby (Schweden). Es ist eines der am besten dokumentierten Wikinger-Gräberfelder Skandinaviens und besonders bekannt für seine ungewöhnlichen Bestattungsformen.

Befunde

Quellen: Wikipedia – Gräberfeld von Kopparsvik und Dr. Matthias Toplak – Historische Beratung.

Gräberfeld

  • Über 300 Bestattungen, ausgegraben in den 1960er Jahren
  • Ca. 50 Bauchlagen-Bestattungen – ungewöhnlich häufig und in dieser Konzentration einzigartig
  • Toplak interpretiert die Bauchlage nicht als „Außenseiter-" oder „Feindmarkierung", sondern – im Gegensatz zur älteren Forschung – als bewusste Geste der Demut im Kontext einer frühen christlichen Gemeinschaft (vergleichbar z. B. mit der Bauchbestattung Pippins des Jüngeren)

Zahnfeilungen

Ein weiteres distinktives Merkmal von Kopparsvik:

  • Bei einer großen Gruppe männlicher Bestatteter finden sich horizontale Feilrillen an den oberen Schneidezähnen
  • Eine signifikante Teilmenge dieser Gruppe wurde zugleich in Bauchlage bestattet
  • Toplak deutet diese Markierungen als Identitätszeichen einer bestimmten sozialen oder funktionalen Gruppe (z. B. Händler)

Grabbeigaben

Detaillierte Beigabenlisten aus den vorliegenden Quellen nicht im Archiv erfasst – bei Bedarf aus Toplak (Dissertation) übernehmen.

Bedeutung für das Reenactment

  • Fundbelege für gotländische Kriegerausrüstung des 9.–11. Jh.
  • Soziale Differenzierung durch Bestattungsformen
  • Grundlage für wikingerzeitliche Darstellungen auf Gotland

Verknüpfte Literatur

Abhandlungen