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Bj 369, Birka

Informationen
Grab-ID
Bj 369
Fundort
Birka
Typ
Brandgrab unter Grabhügel, unregelmäßige Fußkette
Datierung
Wikingerzeit (Birka); genaue Datierung aus Arbman 1943 nicht angegeben
Maße
Grabhügel Durchm. 8,1 m, Höhe 1,2–1,35 m
Tafel
Taf. 88:2 (Riemengarnitur) · Taf. 126:6 (Waagschalen-Randfragment)

Beleglage: Alle Angaben nach Arbman 1943, Birka I – Text, S. 104–105 (Grab 369), und dem zugehörigen Tafelband (Taf. 88:2). Die wörtlichen Zitate stehen in der Quelle: Arbman 1943 → Grab 369. Datierung und Inventarnummern der Einzelobjekte sind aus dieser Quelle nicht belegt.

Bestattungsbefund

2,1 m vom NW-Rand des Hügels entfernt lag eine Brandschicht von 2,7–2,85 m Durchmesser, die auf 0,9 qm 12 cm dick und sehr schwarz war. An dieser Stelle stand ein gedrehtes Tongefäß (Taf. 222:3, Höhe 22 cm, Durchm. 22 cm, unterhalb der Mündung eine Rädchenverzierung aus vier Reihen von Vierecken). Im Gefäß lagen verbrannte Knochen, 2 viereckige Riemenbeschläge und eine Riemenzunge aus Bronze; oben auf dem Gefäß lag das fast vollständige Skelett einer Henne.

Inventar

Riemengarnitur (Taf. 88:2)

Die Riemenbeschläge lagen im W und NW des Tongefäßes in der Brandschicht und gehören mit den Beschlägen im Gefäß zusammen:

  • 35 quadratische Beschläge, darunter 10 vergoldet, verziert mit einem zurückblickenden Jellingetier, ursprünglich mit 4 kleinen gegossenen Stiften am Riemen befestigt; Seitenlänge 1,4–1,5 cm
  • 2 rechteckige Beschläge mit geometrischer Verzierung, in den Ecken Nietlöcher
  • Riemenzunge mit Flechtbandmuster und Tierkopfverzierung, Länge 4,5 cm
  • 2 vollständige und 2 beschädigte gebuckelte Bronzebeschläge mit durchbrochener Verzierung im Borrestil, Höhe 1 cm, Seitenlänge 1,9–2,1 cm
  • Riemenschnalle aus Bronze mit Spuren ursprünglicher Verzierung, 2,1 × 2,5 cm

Übriges Inventar (in der Brandschicht verstreut)

  • 11 teilweise beschädigte Bronzebeschläge zu einer Hiebmesserscheide (wie Taf. 6:2e), einer mit Treppenstufenmuster; Beschlagstück zum Oberende des Messerstieles mit Tremolierstich (Taf. 6:3)
  • Randfragment einer Waagschale, Taf. 126:6, mit einer Reihe von Kreisen unterhalb der Mündung → dieselbe Tafel zeigt als 1a die vollständige Klappwaage aus Bj644_Birka
  • etwa 20 geschmolzene Bronzefragmente; 6 Randbeschläge aus Eisenblech (Taf. 18:3); 3 kleine Riemenbeschläge aus Eisenblech
  • eine zerbrochene Eisennähnadel (nicht mehr vorhanden); 2 Eisenstifte mit großen, gewölbten Köpfen (Länge 1,6 cm); etwa 70 Eisenniete und etwa 40 Eisennägel, Länge 2,4–6,2 cm
  • Fragmente eines Horngegenstandes (Taf. 155:2) mit Wülsten verziert; 3 unverzierte Kammfragmente; eine braunrote, tonnenförmige Glasflussperle; Fragmente eines grauen, viereckigen Schieferwetzsteines; 4 verbrannte Lehmstücke; 2 derbe Tongefäßscherben; eine große Menge verbrannter Knochen

Fundzeichnungen

Riemengarnitur Bj 369 = Taf. 88:2 (Tafelband S. 100) — die quadratischen Beschläge mit Jellingetier, darunter Schnalle, Riemenzunge mit Flechtband und Tierkopf sowie die gebuckelten Borrestil-Beschläge:

Arbman 1943, Taf. 88:2 – Riemengarnitur aus Grab Bj 369 (Bildzitat)

Verknüpfte Funde

Fund Tafel Eintrag
Riemenzunge (Flechtbandmuster, Tierkopf) Taf. 88:2 Riemenzunge_Bj369_Birka

Weitere Einzelfunde aus Bj 369 können bei Bedarf als eigene Fundbelegeinträge unter Wissen/Kulturgueter/ angelegt und hier verlinkt werden.

Quellennachweise

  • Arbman_1943_Birka_Graeber — Publikation der Birka-Gräber (Text- und Tafelband)
  • Birka — Fundort
  • Bj644_Birka — Grab mit der vollständigen Klappwaage (Taf. 126:1a); aus Bj 369 stammt das Waagschalen-Randfragment derselben Tafel (Taf. 126:6)

Bezug zum eigenen Bestand

Die Riemenzunge (Gürtelende) mit Flechtbandmuster und die quadratischen Beschläge dieser Garnitur sind das Tafelvorbild, auf das die Riemenzunge des Marktgürtels „Wikinger-Gürtel Birka" (Inventar, privat) formal Bezug nimmt. Die Beschläge dieses Gürtels folgen dagegen dem Typ aus Bj154_Birka (Taf. 91:3) — der Gürtel kombiniert also Vorbilder aus zwei verschiedenen Birka-Gräbern.