Bj 1062 – Skelettgrab Birka¶
Informationen
- Grab-ID
- Bj 1062
- Fundort
- Birka – Insel Björkö, Mälarsee, Uppland, Schweden
- Gräberfeld
- Hemlanden
- Land
- Schweden
- Grabtyp
- Skelettgrab in einer Grube; vermutlich unter flachem Erdboden
- Maße
- ca. 2,25 × 0,8 m
- Tiefe
- ca. 1–1,25 m
- Orientierung
- W+32°S – O+32°N
- Sarg
- 20 Sargnägel (größter 11,5 cm); an der NW.-Seite Spuren der Sargbretter (Arbman)
- Schüttung
- aus der „Schwarzen Erde" stammend, mit vielen Steinen (Ø 0,45–0,6 m und kleiner) (Arbman)
- Datierung
- Wikingerzeit (Birka); genaue Datierung bei Arbman 1943 nicht angegeben
- Bestattete
- Frau (nach dem Beigabenspektrum: Schalenspangen, Perlen, Nähzeug)
- Ausgräber
- Hjalmar Stolpe (Birka-Grabungen 1871–1895)
- Publikation
- Holger Arbman, Birka I: Die Gräber (1943), Grab 1062, Abb. 403–404 (S. 441–442)
- Aufbewahrung
- Statens Historiska Museum (SHM), Stockholm
Beleglage: Inventar und Maße nach Arbman 1943, Birka I — Text, Grab 1062 (S. 441–442, Abb. 403–404). Im Archiv liegt der Volltext (
Anhang/PDFs/buch_arbman_1943_birka_i_text.pdf). Inventarnummern noch nicht erfasst.
Grabplan (Arbman)¶
Grabplan/Übersichtszeichnung aus dem Textband (Arbman_1943_Birka_Graeber), Abb. 403.
Fundinventar (nach Arbman_1943_Birka_Graeber, Bj 1062)¶
Beigaben so wie Arbman 1943 sie beschreibt (Inventarnummern im Format 403:NR):
- 2 ovale Schalenspangen aus Bronze (403:1, Taf. 65:3), Länge 10,8 und 10,9 cm, Unterschalen (möglicherweise auch Oberschalen) vergoldet, dickwandig und schwer, Ränder mit eingestempelten Dreiecken, Nadeln aus Eisen
- Dreizipflige Bronzespange (403:2, Taf. 73:6), 5,5 × 5,4 cm, gegossene Spiralverzierung, Eisennadel
- Ringspange aus Bronze (403:11, Taf. 54:4), Ø 6,5 × 5,2 cm, Oberseite abgefast, Mittelpartie mit Kreisreihen verziert, Eisennadel
- Vergoldeter Bronzeanhänger (403:3, Taf. 95:6), Ø 1,9 cm, mit einem Vogelbild vor einer Halbpalmette
- Becherförmiger Silberanhänger (403:4, Taf. 92:17), Höhe 1,5 cm, Filigranornamentik, auf der Bodenunterseite ein Kreuz
- 23 Perlen (403:5): u. a. Achat, Bergkristall, silberfoliierte Glasperlen, eine amethystgefärbte, blaue, eine rote Glasflussperle, eine blaue Fayenceperle
- Eisenmesser (403:6), nur Fragmente
- 2 Eisenscheren (403:7 und 10) und eine Pinzette (403:9) – alle nicht mehr vorhanden
- Hornkamm (403:8), nur Fragmente, mit Bronzenieten zusammengefügt
- Bandförmiger Eissporn (403:12), Länge ca. 12 cm
- Vierseitiger Eisenhenkel zu einem Holzeimer (403:13, Typus Taf. 212:7), Eimer-Ø ca. 23–24 cm
- Feuerzeug-/Beutelinhalt (403:14, „auf einem Haufen", vermutlich in einem Beutel, Abb. 404): ein beidseitig bronzebeschlagenes Lederfragment (1,4 × 2,7 cm); ein beschädigter Schwefelkiesball (Taf. 144:8 links, Ø 3,2 cm); ein grauer Feuersteinsplitter (Taf. 144:8 rechts, 4,7 × 3,2 cm); 3 graue, wassergerollte Feuersteinbälle; ein Strandstein aus Quarzit (Ø 3,4 cm)
- Ringförmiger Feuerstahl (Taf. 144:8), Maße 7 × 5,3 cm – lag in der Schüttung, 0,9 m tief, mitten über dem Schädel
Fundzeichnungen¶
Abb. 404 (Textband, Arbman_1943_Birka_Graeber), Beutelinhalt 403:14: kantiger Feuersteinsplitter (zum Funkenschlagen), Schwefelkiesball und mehrere wassergerollte Schlag-/Strandsteine — die Zunder-/Schlagstein-Seite des Feuerzeugs (Feuerstahl s. Taf. 144:8).
Verknüpfte Funde¶
| Fund | Arbman-Tafel | Eintrag |
|---|---|---|
| Ringförmiger Feuerstahl | Taf. 144:8 | Feuereisen_Bj1062_Birka |
Quellennachweise¶
- Arbman_1943_Birka_Graeber – Holger Arbman, Birka I: Die Gräber (1943); primäre Quelle (Grab 1062, S. 441–442, Tafel Abb. 403; Feuerstahl Taf. 144:8). Volltext im Archiv.
- Birka – Fundort
- Feuereisen_Tierkopf – Inventar-Eintrag, der den Bj-1062-Feuerstahl (Taf. 144:8) als Feuerstein-/Feuerzeug-Beleg verlinkt
Offene Aufgaben / nachzutragen¶
- Beutel-Detail Abb. 404 (Beutelinhalt) aus dem Textband als Bildausschnitt extrahieren (Abb. 403 Grabplan ist eingebunden)
- Inventarnummern der Bj-1062-Funde recherchieren
- Genauere Datierung prüfen (Arbman nennt keine Münzen für dieses Grab)