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Bj 154, Birka

Informationen
Grab-ID
Bj 154
Fundort
Birka
Typ
Brandgrab unter Grabhügel (Scheiterhaufenrest)
Datierung
Wikingerzeit (Birka); genaue Datierung aus Arbman 1943 nicht angegeben
Maße
Grabhügel Durchm. 7,5 m, Höhe 1,2 m
Tafel
Taf. 91:3 (Bronzebeschläge)

Beleglage: Alle Angaben nach Arbman 1943, Birka I – Text, S. 67 (Grab 154), und dem zugehörigen Tafelband (Taf. 91:3). Die wörtlichen Zitate stehen in der Quelle: Arbman 1943 → Grab 154. Datierung und Inventarnummern der Einzelobjekte sind aus dieser Quelle nicht belegt.

Bestattungsbefund

Im NO-Teil des Hügels lag eine große, ziemlich helle Brandschicht von 3 m Breite, in deren Mitte eine schwarze Schicht (Durchm. 1,8 m, Dicke 0,15 m) mit großen Kohlen lag. Arbman deutet den Befund als Reste eines Scheiterhaufens, die von einer 0,6 m dicken Sandschicht bedeckt waren. Der westliche Teil der schwarzen Schicht — zwei Drittel — enthielt nur Kohle; die Funde konzentrierten sich im östlichen Teil.

Inventar

Bronzebeschläge (Taf. 91:3)

Im O-Teil der schwarzen Schicht lagen neben verbrannten Knochen 8 „orientalische Bronzebeschlagstücke" (so Arbman):

  • ein rahmenförmiges Beschlagstück, 2,5 × 2,2 cm
  • ein zungenförmiges (Riemenzunge), Länge 2,9 cm
  • 3 rosettenförmige, 1,7 × 1,7 cm
  • 3 herzförmige
  • dazu ein beschädigter Bronzebeschlag mit einer runden, zweimal durchlöcherten Scheibe (Taf. 91:3 oben links), Länge 2,8 cm

Übriges Inventar

  • kubooktaedrisches Bronzegewicht, Seitenlänge 0,7 cm; Fragmente eines runden Eisengewichtes mit Bronzeüberzug, Durchm. etwa 1,4 cm
  • 3 kleine Feuersteinsplitter (größter 2 cm); gelbe, ringförmige Glasflussperle, Durchm. 0,6 cm
  • 15 Fragmente von zwei Hornkämmen — einer mit Futteral und verziert wie Taf. 163:10, der andere mit flachen, einfach linienverzierten Schienen
  • 3 Fragmente eines Horngegenstandes (Taf. 166:2) mit Bandgeflecht — „entweder Löffelgriff oder Beschlagstück"
  • verstreut im helleren Teil der Brandschicht: zerbrochenes Tongefäß (Taf. 251:3, Höhe 10,6 cm, größter Durchm. 15,3 cm), Scherben von 3 weiteren derben Tongefäßen, eiserner Pferdeeisnagel (3,3 cm), Eisennagel (5,8 cm), bandförmiges Eisenblech (3,2 × 2,6 cm), verbrannte Knochen

Fundzeichnungen

Bronzebeschläge Bj 154 = Taf. 91:3 (Tafelband S. 103) — oben der rahmenförmige Beschlag und die durchlöcherte Scheibe, in der Mitte die drei rosettenförmigen Beschläge (vierblättriges Palmetten-/Blütenmotiv um ein Zentrum), unten die Riemenzunge und die herzförmigen Beschläge:

Arbman 1943, Taf. 91:3 – orientalische Bronzebeschläge aus Grab Bj 154 (Bildzitat)

Verknüpfte Funde

Fund Tafel Eintrag
3 rosettenförmige Bronzebeschläge Taf. 91:3 Guertelbeschlaege_Bj154_Birka

Weitere Einzelfunde aus Bj 154 (rahmenförmiges Beschlagstück, Riemenzunge, herzförmige Beschläge) können bei Bedarf als eigene Fundbelegeinträge unter Wissen/Kulturgueter/ angelegt und hier verlinkt werden.

Quellennachweise

Bezug zum eigenen Bestand

Die drei rosettenförmigen Beschläge (1,7 × 1,7 cm) dieser Garnitur sind das Tafelvorbild, dem die quadratischen Zierbeschläge des Marktgürtels „Wikinger-Gürtel Birka" (Inventar, privat) formal folgen. Dessen Riemenzunge folgt dagegen dem Typ aus Bj369_Birka (Taf. 88:2) — der Gürtel kombiniert Vorbilder aus zwei verschiedenen Birka-Gräbern.